Conrad Schnitzler – Slow Motion – Reissue VÖ: 10.05.24 Bureau B
Grenzgänger aller Art kennzeichneten diese bewegte Zeit. Conrad Schnitzler (geb. 1937) und Karl Horst Hödicke (geb. 1938) – beide längst Bestandteil des offiziellen Kunstkanons – waren multifunktionale Künstler; sie malten, sie performten, sie bildhauerten, sie machten Filme, und sie machten Musik, immer am Rand des „Erlaubten“, meistens aber jenseits dessen, was damals in der Kunst als „modern“ galt. Schnitzler, Hödicke und viele andere definierten eine völlig neue Avantgarde. Wie, wann und wo Schnitzler und Hödicke sich trafen, ist nicht überliefert.
Dass aber Schnitzler den Soundtrack zu Hödickes Film „Slow Motion“ (1976) realisierte, ist nicht verwunderlich.
Beide Künstler waren aus dem selben Holz geschnitzt, für beide gab es Grenzen nur, um sie zu überschreiten. Der Film „Slow Motion“ besteht aus 14 Sequenzen. Für jeden dieser Abschnitte komponierte Schnitzler eine Musik, die der minimalistischen Bildsprache nicht nur folgte, sondern sie auf geniale Weise betonte. Schnitzlers musikalischer und Hödickes filmischer Ansatz waren absolut kompatibel.