Alan Sparhawk

Am 27.09.24 hat Sub Pop Records „White Roses, My God“ veröffentlicht, das Debüt-Soloalbum von Alan Sparhawk. Obwohl er offensichtlich (und zu Recht) vor allem für seine dreißig Jahre in der legendären Band „Low“ bekannt ist, zeigt ein Blick auf Sparhawks viele Nebenprojekte im gleichen Zeitraum, dass er mit allem experimentiert, von Punk und Funk bis hin zu Produktionsarbeit und Improvisation. Low selbst gab sich nie mit einem festgelegten Sound oder Ansatz zufrieden. Die Band war immer eine Zusammenarbeit – ein Gespräch, eine Romanze – zwischen Sparhawk und seiner Frau Mimi Parker, die Mitbegründerin, Schlagzeugerin, Co-Leadsängerin und ihr glühendes, unersetzliches Herz war. Parker verstarb 2022 nach einem langen Kampf gegen den Krebs.

Es besteht kein Zweifel, dass „White Roses, My God“ ein Album voller Trauer ist. Es wäre jedoch zu reduzierend, ja sogar dumm, Trauer als die einzige Quelle oder die letzte Grenze dieses straffen, brillanten, provokanten und mitreißenden Albums zu sehen, dessen kühnes experimentieren von tiefgründigen Texten und treibenden Beats angetrieben wird. „White Roses, My God“ ist ein Exorzismus, dessen Zweck nicht darin besteht, den Geist zu verbannen, sondern ihn freizulassen.

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